SJR Passau

„Ganztagsschule und Jugendarbeit – Gegensätze ziehen sich an“

04.12.2011 11:36 von Florian Hertel

Die Herbst-Vollversammlung stand unter dem Thema Ganztagsschule. Damit müssen sich die Jugendverbände in Zukunft stärker beschäftigen“, sagte der SJR-Vorsitzende Florian Hertel bei der Versammlung.

Er begrüßte 37 Delegierte aus den Passauer Jugendverbänden. Von 43 möglichen Stimmen war dies ein fast voll besetztes Haus. Von den Stadträten fanden sich Markus Sturm, Erika Träger, Siegfried Kapfer und Max Seiler ein. Als Vertreter des Oberbürgermeisters fand Markus Sturm lobende Worte für die geleistete Arbeit der Jugendverbände und hob hier besonders den Veranstaltungskalender PaLaSt hervor.

In der Jahresvorschau 2012 finden sich, neben traditionellen Vorhaben, der Beginn einer wunderbaren französischen Freundschaft: SJR, Deutsch-Französische Gesellschaft und Kommunale Jugendarbeit planen einen Jugendaustausch mit der Passauer Partnerschaft Cagnes-sur-Mer. Ein weiteres Projekt für die Ferien steht ebenfalls in den Startlöchern: Angedacht ist ein Feriencamp in der Stadt für 9 – 13 jährige. Diese Baustelle wird etwas größer und kann modellhaft vielleicht schon 2012 ausprobiert werden.

Zu Beginn des Studienteils erläuterte Florian Hertel das Prinzip der offenen Ganztagsschule. Dort wird neben dem betreuten Mittagessen ein verlässliches Nachmittagsangebot mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten angeboten. Hier können sich die Jugendverbände einklinken. Eine Chance, die Pluspunkte der Jugendarbeit: Freiwilligkeit, Mitbestimmung und soziales Lernen in die Schule einzubringen.

Die Katholische Studierende Jugend (KSJ) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) stellten gemeinsam ein Projekt vor, dass am Gymnasium Freudenhain gerade in der Probephase ist. MSP: Hinter diesem Kürzel versteckt sich das Schüler-Mentoren-Programm. Eine Initiative der KSJ am Gymnasium, um Schüler in den Nachmittagsstunden mit den Prinzipien der KSJ vertraut zu machen. Besonderer Wert wird dabei auf die Freiwilligkeit gelegt, als Grundprinzip der Jugendverbandsarbeit. Die jungen Mentoren haben hier neben den unterschiedlichen Interessen der Jugendlichen auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Das G8 fordert viel Zeit von den ausgebildeten Mentoren und viele Kinder brauchen viel zeit für ihre Hausaufgaben.

Anschließend berichtet die Sportjugend vom Modell „Sport nach 1“ an der Schule und das 1. Akkordeonjugendorchester von ihrem Musikangebot. Beide machen gute Erfahrungen, mahnen aber an, dass diese Aufgabe von „lupenreinen Ehrenamtlichen“ nicht zu schultern ist.

Bisher bereitet es den Jugendverbänden eher Sorge, wie sie in das breite Feld „Jugendarbeit und Schule“ überhaupt einsteigen können. Es fehlt hier eindeutig an Jugendleitern, die kontinuierlich am nachmittag in die Schulen gehen können.

Abschließend bemerkte Florian Hertel, dass Schule und Jugendarbeit gelingen kann, wenn die Jugendverbände zusammenarbeiten und so ein kontinuierliches Angebot in den Griff bekommen können. Hier kann er sich auch eine tragende Rolle für den Stadtjugendring vorstellen.

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